Der Fund von zwei Weltkriegsbomben in Moers hat gestern einen umfangreichen Großeinsatz von Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Behörden ausgelöst. Da die beschädigten Zünder der Bomben eine sichere Entschärfung unmöglich machten, mussten beide Blindgänger kontrolliert gesprengt werden. Rund 3.250 Menschen waren von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen – darunter Patienten des Krankenhauses Bethanien, Bewohner eines Seniorenstifts sowie zahlreiche Anwohner im Umkreis von 800 Metern.
Der DRK Kreisverband Niederrhein unterstützte die Einsatzmaßnahmen mit rund 60 ehrenamtlichen Einsatzkräften und übernahm dabei zentrale Aufgaben in der Einsatzführung, medizinischen Versorgung, Betreuung und Logistik.
Beteiligt waren aus dem Kreisverband Niederrhein die Kreisbereitschaftsleitung, die DRK Bereitschaften Moers und Kamp-Lintfort, die Einsatzeinheit WES 02 bestehend aus den DRK-Bereitschaften Alpen, Dingden, Rheinberg und Wesel, die Einheit für den Einsatzführungsdienst und die Logistikkomponente Moers.
Gemeinsam mit den Verbundpartnern im Kreis Wesel – dem DRK Kreisverband Dinslaken-Voerde-Hünxe, den Maltesern Wesel/Moers sowie den Johannitern Wesel – wurde die Lage über viele Stunden hinweg bewältigt. Darüber hinaus unterstützten die DRK-Schwesternschaften aus Bonn, Euskirchen und Krefeld die medizinische und pflegerische Betreuung mit examiniertem Pflegepersonal und einem speziellen Pflegemodul.
Bereits am Abend vor dem eigentlichen Einsatz begann die umfangreiche Vorbereitung: Die Kreisbereitschaftsleitung des Kreisverbandes Niederrhein richtete einen eigenen Einsatzstab zur strategischen Planung ein. Am Folgetag erfolgte die finale Abstimmung gemeinsam mit der Feuerwehr Moers und den zuständigen Behörden.
Während des Einsatzes stellte der DRK Kreisverband Niederrhein unter anderem die Leitung wichtiger medizinischer Einsatzabschnitte. Dazu gehörten zwei sogenannte Behandlungs- und Transportplätze zur Koordination und Versorgung von Patienten sowie ein Behandlungsplatz zur medizinischen Versorgung von Verletzten und Betroffenen. Zusätzlich koordinierte das DRK in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr direkt am Krankenhaus Bethanien die gesamte Transportorganisation für die Evakuierung der Patienten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der sicheren Unterbringung und Versorgung der evakuierten Patienten. Für die Dauer des Einsatzes wurde ein provisorisches „Notkrankenhaus“ eingerichtet, in dem Patienten gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal betreut wurden.
Um die große Zahl an Krankentransporten bewältigen zu können, besetzten ehrenamtliche Kräfte kurzfristig zusätzliche Rettungsfahrzeuge. Gleichzeitig sorgten weitere Helferinnen und Helfer für die technische und logistische Unterstützung des Einsatzes. So transportierte ein Gerätewagen Logistik zusätzliche Pflegebetten aus Krefeld nach Moers, während Einsatzkräfte des DRK die Lade- und Übergabebereiche ausleuchteten und Materialbewegungen koordinierten.
Auch die Versorgung der Einsatzkräfte und Betroffenen stellte eine erhebliche logistische Herausforderung dar. Insgesamt wurden mehr als 500 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Betroffene über mehrere Ausgabestellen mit Speisen und Getränken versorgt. DRK Küchenstandorte in Moers, Wesel und Dingden produzierten gemeinsam fast 1.800 Portionen Warmverpflegung sowie tausende Getränke und Kaffeeportionen.
„Dieser Einsatz hat eindrucksvoll gezeigt, welche enorme Leistungsfähigkeit im Ehrenamt steckt. Innerhalb kürzester Zeit mussten komplexe Strukturen aufgebaut, Transporte organisiert und eine medizinische Betreuung für viele Menschen sichergestellt werden. Besonders beeindruckend war die hohe Motivation und Professionalität unserer Helferinnen und Helfer – viele waren über viele Stunden hinweg ununterbrochen im Einsatz“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Oliver Rühl.
Rühl betont außerdem die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen: „Solche Lagen lassen sich nur gemeinsam bewältigen. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Behörden und den DRK-Schwesternschaften hat hervorragend funktioniert.“
Der DRK Kreisverband Niederrhein bedankt sich ausdrücklich bei allen ehrenamtlichen Einsatzkräften, den beteiligten Hilfsorganisationen, den Pflegekräften sowie den kommunalen Partnern für die professionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit während dieser außergewöhnlichen Einsatzlage.


