Das imposante Gebäude wurde im Jahr 1929 vom preußischen Hochbauamt als Oberförster-Dienstwohngebäude und Forstamt errichtet. Hier lebte und arbeitete seinerzeit der Forstmeister Heinz Glasmacher. Auch der Chauffeur und Gärtner Dlubis war im angrenzenden Gebäudeteil untergebracht.
Architektonisch ist das freistehende, zweigeschossige Backsteingebäude ein besonderes Zeugnis seiner Zeit. Charakteristische Elemente wie die aufwendig gestaltete Eingangspartie, die Holzfenster mit Sprossenaufteilung, der halbrunde Altan an der Westseite sowie dekorative, blau und rot glasierte Backsteinbänder prägen bis heute das Erscheinungsbild des Gebäudes. Auch Teile der ursprünglichen Innenausstattung, darunter Parkettböden, Füllungstüren und eine historische Holztreppe, sind erhalten geblieben.
Im Jahr 2009 wurde die Nutzung als Forstamt aufgegeben. Anschließend erfolgte die Umgestaltung des Gebäudes zur Kindertagesstätte. Heute ist das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Niederrhein Mieter des historischen Gebäudes und betreibt dort die Kindertagesstätte Altes Forstamt. Damit wird das denkmalgeschützte Haus weiterhin mit Leben gefüllt und verbindet auf besondere Weise seine historische Bedeutung mit einer wichtigen Aufgabe für Familien und Kinder in Wesel.
Das Alte Forstamt gilt als beispielhaftes repräsentatives Wohnhaus mit offizieller Nutzung aus den 1920er-Jahren. Das Gebäude verbindet unterschiedliche Lebens-, Arbeits- und Wohnformen seiner ursprünglichen Nutzung und besitzt aufgrund seiner Architektur sowie seiner orts- und siedlungsgeschichtlichen Bedeutung einen besonderen Denkmalwert.
Bei der Verleihung der Denkmal-Plakette waren von Seiten der Stadt Wesel Herr De la Vega, Leitung des Dezernats III Stadtentwicklung, Frau Dr. Zimmermann von der Unteren Denkmalbehörde sowie der Auszubildende bei der Stadt Wesel, Herr Albustin anwesend. Das DRK Niederrhein wurde durch seinen Präsidenten Jan Höpfner und Patrick Neu, Einrichtungsleitung der Kindertagesstätte Altes Forstamt, vertreten.
