· Pressemitteilung

Vom Helfer zum Sanitäter: Ehrenamtliche schließen DRK-Ausbildung erfolgreich ab

(c) DRK KV Niederrhein e. V.
Gemeinsam für eine starke Sanitätsdienstausbildung: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sanitätsdienstlehrgangs beim DRK Ortsverein Alpen. Mit dabei waren auch Rüdiger Kunst vom DRK Ortsverein Alpen, der den Lehrgang ausrichtete, Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des DRK Kreisverbandes Niederrhein e. V., sowie DRK-Präsident Jan Höpfner. Im Mittelpunkt der Ausbildung standen die praktischen Fähigkeiten, die für eine qualifizierte medizinische Versorgung bei Sanitätsdiensten und Einsätzen erforderlich sind.

Elf Helferinnen und Helfer aus dem Kreis Wesel haben nach 64 Stunden ihre Sanitätsausbildung absolviert– vier Wochenenden voller Praxis, Teamarbeit und Verantwortung

Ein Mensch liegt am Boden, ist verletzt oder plötzlich nicht mehr ansprechbar. Rundherum herrscht Unruhe. Jetzt kommt es darauf an, einen klaren Kopf zu behalten: Was ist passiert? Was muss zuerst getan werden? Welche Maßnahmen sind notwendig? Genau auf solche Situationen haben sich elf ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des DRK im Kreis Wesel in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet. An vier kompletten Wochenenden wurde untersucht, versorgt, verbunden, wiederbelebt und immer wieder geübt. Insgesamt absolvierten die drei Teilnehmerinnen und acht Teilnehmer 64 Stunden Sanitätsausbildung. Am Ende stand die Prüfung – und die wurde von allen erfolgreich bestanden.

Die frisch ausgebildeten Sanitäterinnen und Sanitäter kommen aus den DRK-Bereitschaften Alpen, Dingden, Kamp-Lintfort, Moers, Rheinberg und Wesel sowie aus dem Jugendrotkreuz Alpen.

Vom ersten Handgriff zur sicheren Entscheidung

Dabei ging es während der Ausbildung nur zu einem vergleichsweise kleinen Teil um klassische Theorie. Rund drei Viertel der Ausbildungszeit waren praktisch ausgerichtet. In kleinen Gruppen übten die Teilnehmenden immer wieder Situationen, wie sie ihnen später bei Sanitätsdiensten oder Einsätzen begegnen können. Wie versorgt man eine starke Blutung? Was ist zu tun, wenn ein Mensch nicht mehr richtig atmet? Wie wird jemand nach einem Unfall möglichst schonend bewegt? Und vor allem: Wie erkennt man schnell, was für eine Patientin oder einen Patienten gerade am wichtigsten ist?

Statt komplizierte medizinische Abläufe lediglich auswendig zu lernen, trainierten die Helferinnen und Helfer ein systematisches Vorgehen: zunächst die größten Gefahren erkennen, dann Schritt für Schritt handeln. Dazu gehörten unter anderem Wiederbelebung, Atemwegssicherung, Blutstillung, Blutzuckermessung sowie der Umgang mit Verbänden, Schienen, Schaufeltrage und Vakuummatratze.

Mit jedem Wochenende wurden die Handgriffe sicherer. Was zu Beginn noch bewusst überlegt werden musste, entwickelte sich durch die vielen praktischen Übungen zunehmend zu einem strukturierten Ablauf.

Eine Teilnehmerin beschreibt den persönlichen Gewinn deshalb nicht nur mit medizinischem Wissen. Für sie habe der Lehrgang vor allem bedeutet, in stressigen Situationen ruhiger zu werden, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu handeln. Besonders wichtig sei das Gefühl, bei einem Notfall künftig nicht hilflos danebenstehen zu müssen, sondern aktiv helfen zu können.

Viel Freizeit für ein Ehrenamt, das Verantwortung bedeutet

Hinter dieser Sicherheit steckt viel persönlicher Einsatz. Vier komplette Wochenenden haben die Teilnehmenden freiwillig in ihre Ausbildung investiert – zusätzlich zu Beruf, Familie und Alltag. „Unsere Helferinnen und Helfer schenken nicht nur Zeit, sondern übernehmen ganz bewusst Verantwortung für andere Menschen“, sagt Jan Höpfner, Präsident des DRK Kreisverbandes Niederrhein. „Wer vier Wochenenden lang lernt, trainiert und sich schließlich einer Prüfung stellt, tut das mit dem Ziel, im entscheidenden Moment helfen zu können. Dieses Engagement verdient großen Respekt.“  Gleichzeitig wäre eine solche Ausbildung ohne engagierte Lehrkräfte nicht möglich. Die Lehrgangsleitung übernahmen Norbert Pötters und Rüdiger Kunst vom DRK Ortsverein Alpen. Kunst steht dabei stellvertretend für ein Ausbildungsteam, das seine fachliche Erfahrung und ebenfalls viele Stunden Freizeit in die Qualifizierung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte einbrachte.

Zur ärztlichen Leitung gehörte Anne Klessa. Als weitere Stationslehrkräfte begleiteten Nils Klessa, Nils Puschmann, Carina Schroers, Peter Willemsen und Timo Fißer die Ausbildung.

Der DRK Kreisverband Niederrhein dankt deshalb ausdrücklich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie dem gesamten Ausbildungsteam für ihren Einsatz. „Eine gute Sanitätsausbildung lebt von Menschen, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrung weiterzugeben – und von Menschen, die bereit sind, zu lernen und Verantwortung zu übernehmen“, betont Höpfner. „Beides ist für unser Ehrenamt unverzichtbar.“

Prüfung bestanden – bereit für kommende Einsätze

Zum Abschluss mussten die Teilnehmenden zeigen, dass sie das Gelernte nicht nur kennen, sondern auch anwenden können. Die Prüfung fand unter Leitung von Dr. Robert Moog, Kreisverbandsarzt des DRK, und Anne Klessa statt.

Für die künftige Arbeit im Sanitätsdienst ist genau diese Handlungssicherheit entscheidend. Denn bei Veranstaltungen, Sportfesten oder größeren Einsatzlagen müssen die ehrenamtlichen Sanitätskräfte Situationen schnell einschätzen, notwendige Maßnahmen einleiten und Patientinnen und Patienten bis zur weiteren medizinischen Versorgung betreuen. Mit der bestandenen Prüfung ist für die elf Helferinnen und Helfer deshalb ein wichtiger Schritt geschafft. Sie verstärken künftig die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des DRK im Kreis Wesel.

Einstieg ins DRK auch ohne Vorkenntnisse möglich

Wer sich ebenfalls beim Roten Kreuz engagieren möchte, muss kein medizinischer Profi sein. Der Einstieg ins Ehrenamt ist auch ohne umfangreiche Vorkenntnisse möglich. Schritt für Schritt können sich Interessierte vom Erste-Hilfe-Kurs über weitere Qualifikationen bis hin zur Sanitätsausbildung fortbilden. „Man muss nicht schon alles können, wenn man zu uns kommt“, sagt Jan Höpfner. „Entscheidend ist die Bereitschaft, sich einzubringen, gemeinsam zu lernen und für andere Menschen da zu sein. Alles Weitere können wir vermitteln.“ Für die elf neuen Sanitäterinnen und Sanitäter bleibt nach vier intensiven Wochenenden damit nicht nur eine bestandene Prüfung. Sondern vor allem die Gewissheit: Wenn Hilfe gebraucht wird, wissen sie, was zu tun ist.